Kategorie: Microsoft

Microsoft Intune Release 2602: Das ist neu (Woche 2. März 2026)

Microsoft Intune Release 2602: Das ist neu (Woche 2. März 2026)

Moin zusammen,

ich sitze hier gerade vor den Release Notes zur Woche 2. März 2026 – und ehrlich gesagt: Das ist eine Release, die zeigt, wohin die Reise geht. Microsoft macht hier ernsthaft ernst mit Apple’s Declarative Device Management (DDM). Das Legacy-Zeug wird eingestampft, die neuen Features sind gut durchdacht, und das Multi-Admin Approval Feature adressiert endlich ein Problem, das viele von euch im Enterprise haben.

Auch interessant: Autopatch Update Readiness kommt mit echtem Reporting-Zeugs statt nur „lädt gerade Update“ zu zeigen. Das spart euch Zeit beim Troubleshooting.

Lass mich die wichtigsten Punkte durchgehen – und wo ihr aufpassen müsst.


Release-Übersicht: Feature nach Kategorie

Feature Betroffen Kategorie Status
Apple DDM + Assignment Filters iOS, iPadOS, macOS Device Configuration ✅ Neu
Settings Catalog Updates (AirPlay, Defender) iOS, iPadOS, macOS Device Configuration ✅ Erweitert
Multi-Admin Approval für Policies iOS, iPadOS, macOS, Windows Device Management & Security ✅ Neu
Legacy MDM Software Updates deprecated iOS, iPadOS, macOS Device Security ⚠️ Breaking
Protected Apps: Jump, Mijn InPlanning Android App Management ✅ Neu
Autopatch Update Readiness Dashboard Windows Update Management ✅ Neu
Device Query Operators erweitert Alle Monitor & Troubleshoot ✅ Erweitert

Die wichtigsten Features im Detail

1. Apple Declarative Device Management (DDM) mit Assignment Filters 🎯

Das ist die Headline dieser Release.

Was ändert sich?
– Assignment Filters funktionieren jetzt auch mit DDM-basierten Konfigurationen (Software Updates, Policies)
– Bisher war das nur bei Legacy-Policies möglich
– Ermöglicht granulares Targeting: z.B. „Software Updates nur für Devices im Finance-Department mit iOS 24+“

Warum ist das wichtig?

Bei großen Umgebungen brauchst du Granularität. Mit Assignment Filters kannst du jetzt:
– Nach Azure AD Groups filtern
– Nach Device Attributes filtern (Owner Type, OS Version, Location)
– Nach User Attributes filtern

Praxisbeispiel:

Device Configuration → Create Policy (DDM-based)
→ Assign → Add Assignment Filter
→ "iOS >= 25 AND Department = Engineering"

Das reduziert Rollout-Komplexität erheblich – vor allem wenn ihr mehrere tenants oder heterogene Environments habt.

Gilt für: iOS/iPadOS, macOS


2. ⚠️ WARNUNG: Legacy Apple MDM Software Update Policies werden deprecated 🚨

Das ist wichtig. Sehr wichtig.

Microsoft und Apple beenden Support für die alten MDM Software Update Commands mit iOS 26, iPadOS 26 und macOS 26. Das bedeutet:

  • Legacy-Policies (die ihr vermutlich heute noch nutzt) funktionieren in Kürze nicht mehr
  • Apple hat diese alten Payloads aus dem MDM-Spec rausgenommen
  • Action Item für euch: Migration zu DDM-based Software Updates erforderlich

Was müsst ihr machen?

  1. Audit: Welche Legacy-Policies habt ihr aktuell deployed?
  2. Planning: Welche Geräte sind noch auf iOS < 25 / macOS < 25?
  3. Rollout: DDM Software Update Policies neu erstellen und testen
  4. Sunset: Legacy Policies systematisch deaktivieren

Zeitrahmen? Microsoft nennt kein genaues Datum, aber „soon“ ist im Tech-Speak nicht mehr fern. Ich würde Q2-Q3 2026 kalkulieren.

Ressource: Schaut euch den Intune Customer Success Blog an – da wird’s detailliert erklärt.


3. Multi-Administrator Approval für Device Configuration & Compliance Policies 👥

Das ist ein Security-Feature, das lange überfällig war.

Was ändert sich?
– Dual-Authorization für Policy-Änderungen ist jetzt auch für Settings Catalog Policies möglich
– Vorher war das nur für Compliance Policies relevant
Jede Änderung (Create, Edit, Delete) muss von Admin #2 genehmigt werden

Warum?
– Verhindert versehentliche Breaking Changes (z.B. falsch konfigurierte VPN-Policies)
– Schützt vor Malicious Actions durch compromised Admin-Accounts
– Audit Trail für Compliance-Reviews (SOC 2, ISO 27001, etc.)

Wo stellt ihr das ein?

Intune Admin Center
→ Devices → Device Configuration oder Compliance
→ Create Policy
→ Policies (unter Access policies)
→ Require Multi Admin Approval: ON

Praktischer Hinweis: Das wird euer Change-Management verlangsamen. Ein Policy-Update dauert dann länger. Aber der Security Gewinn ist es wert – vor allem in Enterprise-Umgebungen.

Gilt für: iOS, iPadOS, macOS, Android, Windows


4. Settings Catalog Updates: AirPlay & Microsoft Defender 🎨

Microsoft hat die Settings Catalog (das zentrale Policy-Management-Tool) erweitert.

Neue Settings:

Setting Platform Use Case
AirPlay → Device Name iOS, iPadOS, macOS Custom Device-Naming für AirPlay
Microsoft Defender → Neue Policies macOS Advanced Threat Protection Config

Das klingt marginal, aber für Environments die AirPlay oder Defender managed endpoints haben: Jetzt könnt ihr das via Policy zentralisiert steuern statt manuell auf jedem Device.

Für macOS-Defender: Besonders interessant für Security Teams, die Microsoft Defender als Standard-AV eingerollt haben. Mehr Policy-Control = bessere Compliance.


5. Autopatch Update Readiness Dashboard 📊

Das ist für Windows-Teams ein großes Ding.

Was ist neu?
– Unified Dashboard für Update-Readiness (Intune + Windows Autopatch)
– Device Update Journey: Granulare Status pro Gerät
– Centralized Alerting: Failures, Policy Conflicts, Readiness Gaps
– Update Readiness Checker: Proaktive Risk-Evaluation
– OS Reinstall Trigger: Automatisches Remediating bei Blockern (z.B. Disk Space)

Konkret:

Autopatch Dashboard
→ Update Status: "In Progress" / "Failed" / "At Risk"
→ Reason: "Insufficient disk space (22 GB free, 30 GB required)"
→ Remediation: "Trigger OS reinstall" (mit Alerts & Reporting)

Wofür nutze ich das?
– Pre-Deployment Risk Assessment
– Quick Troubleshooting (warum stockt das Update?)
– Proactive Device Remediation

Das spart euch echte Stunden bei größeren Updates.


6. Protected Apps: Jump & Mijn InPlanning 📱

Zwei neue Apps sind jetzt auf der Intune Protected Apps Liste.

Jump by Accio Inc. – Scheduling/Planning App
Mijn InPlanning by Intus Workforce Solutions – Workforce Planning (Android)

Das bedeutet: Diese Apps kriegen automatisch Mobile App Protection Policies (MAMP) angeboten:
– Biometric Lock
– Data Encryption
– Clipboard Restrictions
– etc.

Relevant, wenn ihr diese Tools deployed und data protection braucht.


7. Device Query Operators – Erweiterte Abfragen 🔍

Für die Admin-Power-User da draußen:

Neue Join Types:
leftsemi, rightsemi, leftanti, rightanti

Breaking Changes:
on Device.DeviceId wird nicht mehr unterstützt → nutzt stattdessen on Device
Device allein in distinct, summarize, order by geht nicht mehr → specific properties required

Bessere Error Messages + Devices als clickable Links in Query Results

Das ist ein UX-Upgrade für euer Troubleshooting, aber Achtung: Falls ihr custom KQL-Queries gebaut habt, müssen die angepasst werden.


Handlungsbedarfe & Warnungen 🚨

1. Legacy iOS/macOS Software Updates – Migration erforderlich

Item Details
Was? Legacy MDM Software Update Policies
Deadline Unklar, aber „soon“ – rechne Q2-Q3 2026
Action Audit + Rollout zu DDM-based Policies
Impact Breaking Change für iOS/macOS Updates

Meine Empfehlung: Startet noch diesen Monat mit der Audit & Test-Phase. DDM ist die Zukunft – besser proaktiv als reaktiv migrieren.

2. Multi-Admin Approval Performance-Impact

Wenn ihr das Feature enablet:
– Policy-Rollouts werden langsamer (Genehmigung erforderlich)
– Notfall-Changes brauchen schnelle Admin-Koordination

Lösung: Separate Approval-Policies für kritische vs. Standard-Changes einplanen.

3. Device Query Syntax-Änderungen

Falls ihr custom Queries nutzt:
– Alt: on Device.DeviceId → Neu: on Device
– Test eure Queries gegen die neuen Anforderungen


Fazit & Meine persönliche Einschätzung 💭

Diese Release ist solid und forward-looking. Drei Dinge fallen mir auf:

  1. Microsoft stellt Apple Legacy-Zeug konsequent ab – Das ist richtig. DDM ist moderner, sicherer, zuverlässiger. Wer noch auf Legacy-Policies läuft: Wake up call. Migration sollte jetzt starten.
  2. Multi-Admin Approval ist Enterprise-ready – Das Feature adressiert echte Security-Anforderungen. In großen Umgebungen unverzichtbar.
  3. Autopatch Update Readiness ist praktisch – Endlich echtes Troubleshooting-Tooling statt „lädt gerade“. Time Saver.

Quellenlinks

Intune Releases 2601 & 2602: Die wichtigsten MDM-Neuerungen – was Admins jetzt wissen müssen

Intune Releases 2601 & 2602: Die wichtigsten MDM-Neuerungen – was Admins jetzt wissen müssen

Kurze Info vorab: Ich versuche diese Serie nun hier zu etablieren und will die jeweiligen Erneuerungen welche Microsoft in Ihren Monatlichen Releases für Intune packt, hier klar zusammenzufassen. 

Microsoft Intune liefert monatlich neue Features – und manchmal passiert das so schnell, dass man kaum hinterherkommt. Heute schaue ich mir die Neuerungen aus den Service Releases 2601 (Februar 2026) und 2602 (März 2026) an und filtere raus, was für MDM-Admins wirklich relevant ist.

Kleiner Hinweis vorweg: Das 2602-Release ist heute, am 3. März 2026, gerade frisch deployed worden. Die detaillierten Release Notes auf Microsoft Learn wurden zum Zeitpunkt dieses Posts noch nicht vollständig publiziert – das ist bei neuen Releases normal, da die Doku immer etwas hinterherläuft. Was ich an 2602-Inhalten habe, kommt aus der offiziellen Microsoft-Ankündigung. Der Großteil dieses Posts deckt die gut dokumentierten 2601-Features ab – und da ist einiges dabei das sich lohnt genauer anzuschauen.

ℹ️ Wichtige Info zur Verfügbarkeit: Intune-Updates werden schrittweise ausgerollt – Tag 1: APAC, Tag 2: EMEA, Tag 3: Nordamerika, Tag 4+: Government. Manche Features brauchen mehrere Wochen bis zur vollständigen Verfügbarkeit. Wer etwas noch nicht sieht: einfach abwarten, es kommt automatisch.

Übersicht: Was ist neu in 2601 & 2602?

Feature Plattform Release Kategorie
Neue MHS RBAC-Permissions (Suspend/Restore) Android 2602 🔐 RBAC / Kiosk
EPM-Support für Azure Virtual Desktop Windows 2601 🔐 Security
Lenovo Device Orchestration Link im Admin Center Windows 2601 🛠️ Management
Neue Windows Settings Catalog Policies (Edge, AI, Chrome) Windows 2601 ⚙️ Konfiguration
Neue OEMConfig Apps (FCNT, Sonim) Android 2601 📱 Android OEM
Android Management Mode Filter im Settings Catalog Android 2601 ⚙️ Konfiguration
iOS/iPadOS Rating Apps Exempted Bundle IDs iOS/iPadOS 2601 ⚙️ Konfiguration
Erweiterte Assignment Filter für Managed Apps Android/iOS 2601 ⚙️ Policy
Zimperium MTD: Certificate Inventory Sync (iOS) iOS/iPadOS 2601 🔐 Security
Azure Front Door IPs – Firewall-Anpassung nötig! Alle 2601 ⚠️ Aktion erforderlich
Win11 25H2 in Feature Update Reports Windows 2601 📊 Reporting
Admin Tasks jetzt Generally Available Alle 2601 🛠️ Management
PowerShell-Installer für Win32 Apps Windows 2601 📦 App Management

🆕 Release 2602 – Was bisher bekannt ist

Neue RBAC-Permissions für den Managed Home Screen: TemporarilySuspendManagedHomeScreen & RestoreManagedHomeScreen

Das ist das Feature aus 2602, über das ich heute einen eigenen Post geschrieben habe – also kurz die Zusammenfassung: Mit diesem Release kommen zwei neue RBAC-Permissions für den Managed Home Screen, die automatisch den Built-in-Rollen School Administrator und Help Desk Operator hinzugefügt werden.

Was das bedeutet: Help Desk Operators und Schuladmins können jetzt einen Android-Kiosk temporär aus dem MHS-Modus herausnehmen, das Problem lösen, und ihn danach wieder zurücksetzen – alles ohne einen Global Admin einschalten zu müssen. Für alle die MHS in Schulen, im Retail oder bei Frontline Workern einsetzen: Das ist ein echter Alltagshelfer.

Mehr Details dazu gibt es in meinem ausführlichen Post: Intune MHS RBAC – Neue Permissions im Detail

📦 Release 2601 – Die wichtigsten Features im Detail

Android Enterprise: Neue OEMConfig Apps und bessere Filteroptionen

Zwei Themen die für Android-Enterprise-Admins interessant sind:

Erstens: Neue OEMConfig Apps. Microsoft hat drei neue OEMConfig-Apps in Intune verfügbar gemacht – FCNT Senior Care, FCNT Schema und Sonim. FCNT ist ein japanischer OEM mit Fokus auf robuste und barrierefreie Geräte (Senior Care ist selbst erklärend), Sonim ist für ultra-ruggedized Devices bekannt. Wer Geräte dieser Hersteller im Einsatz hat oder plant: die OEMConfig-Integration ermöglicht herstellerspezifische Konfigurationen direkt über Intune, ohne App-Wrapper oder Sonderlösungen.

Zweitens: Android Management Mode Filter im Settings Catalog. Beim Erstellen von Android-Policy-Profiles im Settings Catalog gibt es jetzt einen Filter nach dem Enrollment-Typ: Fully Managed, Corporate-owned Work Profile oder Dedicated. Das klingt nach einem kleinen QoL-Feature – ist aber in der Praxis ein echter Zeitgewinn. Wer heterogene Android-Flotten mit verschiedenen Enrollment-Typen verwaltet, findet die relevanten Settings jetzt schneller, ohne durch hunderte Optionen zu scrollen.

Android & iOS: Granularere Assignment Filter für Managed Apps

Das ist ein Feature das unter dem Radar läuft, aber operativ relevant ist. Assignment Filter erlauben es in Intune, Policy-Zuweisungen nicht nur nach Gruppe, sondern nach spezifischen Device-Properties zu steuern. Mit 2601 kommen deutlich mehr Optionen für den Device Management Type bei Managed Apps:

  • Android neu: Corporate-owned with work profile, Corporate-owned fully managed, Corporate-owned dedicated devices without Entra ID Shared mode
  • iOS/iPadOS neu: Automated Device Enrollment user-associated, Automated Device Enrollment userless, Account Driven User Enrollment, Device Enrollment with Company Portal and Web Enrollment

Warum ist das wichtig? In komplexen Umgebungen mit gemischten Enrollment-Typen – z.B. BYOD mit Work Profile neben Corporate-owned Fully Managed Devices – können Admins jetzt granular steuern welche App Protection Policies und App Config Policies für welchen Device-Typ gelten. Das reduziert Policy-Wildwuchs und ermöglicht sauberere Segmentierung. Das Feature rollt laut Microsoft bis Ende März 2026 vollständig aus.

iOS/iPadOS: Neues im Settings Catalog

Zwei Änderungen für iOS-Admins:

Erstens das neue Setting Rating Apps Exempted Bundle IDs. Wer auf Schulgeräten Altersrestriktionen konfiguriert hat (z.B. nur Apps bis 9 Jahre), konnte bisher keine Ausnahmen für bestimmte Apps definieren. Mit diesem Setting können Admins spezifische Apps vom Altersfilter ausnehmen – z.B. eine Lern-App die technisch ein 17+-Rating hat, aber inhaltlich für Schüler vollkommen unbedenklich ist.

Zweitens ein Umbenennung: Apple hat Rapid Security Responses in Background Security Improvements umbenannt. Intune hat das im Settings Catalog entsprechend nachgezogen. Kein funktionaler Unterschied – aber wer nach dem alten Namen gesucht hat, findet es jetzt unter dem neuen.

Windows: Neue Settings Catalog Policies

Microsoft hat wieder eine Reihe neuer Policies in den Windows Settings Catalog aufgenommen. Hier die MDM-relevanten Highlights:

  • Microsoft Edge bis v143 – inklusive neuer Policy zum Teilen von browsing history mit Microsoft 365 Copilot Search (ja, genau das was viele Admins kontrollieren wollen), RAM-Ressourcensteuerung und Local Network Access Restrictions
  • Windows AI Controls – neue Settings für Agent Workspaces, Agent Connectors und Remote Agent Connectors (aktuell noch Windows Insiders, aber gut zu kennen für die Zukunft)
  • Disable Share App Promotions – endlich: Admins können verhindern dass Windows im Share Sheet Werbung für Apps macht. Klingt trivial, war aber ein echtes Ärgernis in managed Umgebungen
  • Firewall Audit Mode – neues Setting um den Audit Mode für die Windows Firewall zu aktivieren (nützlich für Security-Reviews und Compliance-Audits)
  • Google Chrome ADMX bis v141 – immer schön wenn der Settings Catalog aktuell bleibt

Windows: PowerShell-Installer für Win32 Apps

Das ist ein Feature aus dem Januar-Update (Week of January 12) das ich kurz erwähnen möchte, weil es für viele App-Deployments relevant ist: Win32 Apps können jetzt mit einem PowerShell-Script als Installer deployt werden – statt mit einer klassischen Command Line. Das bedeutet: Prerequisite-Checks, Config-Änderungen, Post-Install-Aktionen – alles direkt im Installer-Script. Das ist besonders nützlich für komplexe App-Deployments die mehr als nur ein simples Setup.exe /S brauchen.

EPM: Support für Azure Virtual Desktop

Endpoint Privilege Management (EPM) – das Feature für granulare Elevation-Policies ohne lokale Admin-Rechte – unterstützt jetzt auch Azure Virtual Desktop (AVD) Single-Session VMs. Für alle die AVD in ihrem Modern Workplace Stack haben: EPM-Elevation-Policies können jetzt auch auf diese VMs deployed werden. EPM ist Teil des Intune Suite Add-ons.

Lenovo Device Orchestration: Direktlink im Admin Center

Kleines aber praktisches Feature für alle mit Lenovo-Flotten: Das Intune Admin Center hat jetzt einen direkten Link zur Lenovo Device Orchestration (LDO) Plattform unter Partner Portals. Das schafft einen single entry point für Lenovo-spezifische Device-Management-Funktionen – ohne extra Login oder Tab-Hopping.

⚠️ Wichtig & Handlungsbedarf: Azure Front Door IP-Adressen

⚠️ AKTION ERFORDERLICH wenn ihr IP-basierte Allowlists nutzt: Microsoft Intune verwendet seit Dezember 2025 Azure Front Door (AFD) IP-Adressen zusätzlich zu den bisherigen Intune Service IPs. Wer IP-basierte Firewall-Regeln, VPN-Policies oder Proxy-Allowlists betreibt, MUSS diese anpassen – sonst kann die Intune-Kommunikation der verwalteten Geräte eingeschränkt oder unterbrochen werden.

Microsoft hat das im Rahmen der Secure Future Initiative (SFI) kommuniziert – und es ist eines der Features das im Alltag leicht übersehen wird, aber operative Konsequenzen hat. Hier die Details:

Wenn ihr FQDN-basierte Regeln nutzt (empfohlen): Stellt sicher dass *.manage.microsoft.com als Wildcard-Regel konfiguriert ist. Typischerweise kein weiterer Handlungsbedarf.

Wenn ihr IP-basierte Allowlists nutzt: Folgende IP-Ranges müssen hinzugefügt werden (Commercial Endpoints):

  • 13.107.219.0/24
  • 13.107.227.0/24
  • 13.107.228.0/23
  • 150.171.97.0/24
  • 2620:1ec:40::/48 (IPv6)
  • 2620:1ec:49::/48 (IPv6)
  • 2620:1ec:4a::/47 (IPv6)

Alternativ kann der Azure Service Tag AzureFrontDoor.MicrosoftSecurity genutzt werden. Für US Government Endpoints gelten separate IPs – die aktuellen Ranges findet ihr direkt in den offiziellen Intune Network Endpoints Dokumenten.

💡 Empfehlung: Wenn ihr es noch nicht getan habt – wechselt auf FQDN-basierte Regeln. Ihr reduziert damit dauerhaft den Wartungsaufwand, weil IP-Änderungen nicht mehr manuell nachgepflegt werden müssen. Microsoft empfiehlt das ausdrücklich.

Reporting & Administration: Was sich verbessert hat

Admin Tasks jetzt Generally Available

Der Admin Tasks Node unter Tenant Administration ist aus der Public Preview raus und jetzt Generally Available. Was ist das? Eine zentrale Ansicht im Intune Admin Center die alle offenen Aufgaben bündelt – EPM-Elevation-Requests, Microsoft Defender Security Tasks und Multi-Admin-Approval-Requests. Alles auf einer Seite, mit Such- und Filterfunktion. Wer bisher durch verschiedene Admin-Center-Bereiche navigieren musste um den Überblick zu behalten – das ist jetzt deutlich angenehmer.

Windows 11 25H2 in Feature Update Reports

Die Windows Feature Update Readiness- und Compatibility Risks-Reports unterstützen jetzt Windows 11 25H2 als Ziel-OS. Das ist relevant für alle die gerade planen, wann und wie sie auf 25H2 upgraden wollen – die Reports zeigen jetzt Readiness-Status und potenzielle Compatibility-Risiken für diese Version, bevor man das Update ausrollt.

Zimperium MTD: Certificate Inventory Sync für iOS

Wer Zimperium als Mobile Threat Defense Partner nutzt: Es gibt eine neue Integration. Der Zimperium MTD Connector kann jetzt das Certificate Inventory von iOS-Geräten synchronisieren – also eine Liste der installierten Zertifikate. Das erlaubt Zimperium zu erkennen, wenn ein Device durch ein potenziell schädliches Zertifikat kompromittiert wurde. Konfigurierbar über den MTD Connector mit zwei neuen Settings: Enable Certificate Sync und Send full certificate inventory data for personally-owned devices.

Fazit: Zwei Releases – viel Substanz

2601 und 2602 sind keine „Mega-Releases“ mit einem einzelnen Killer-Feature – aber sie zeigen schön wie Microsoft Intune in der Breite reift: Granularere Policies, bessere Filter, mehr OEM-Support, sicherere Infrastruktur und mit den neuen MHS RBAC-Permissions ein echtes Alltagsproblem gelöst.

Was sollten Admins jetzt konkret tun? Erstens die Azure Front Door IP-Situation prüfen – das ist der einzige Punkt mit echtem Handlungsbedarf. Zweitens die neuen Assignment Filter für Managed Apps im Auge behalten (Rollout bis Ende März). Und drittens – wenn MHS im Einsatz ist – die neuen RBAC-Permissions reviewen und den Support-Workflow anpassen.

Ich bin gespannt was 2602 noch alles bringt wenn die vollständige Dokumentation online ist. Bis dahin – ran an die Kommentare, welches Feature freut euch am meisten? 😄

🔗 Quellen & weiterführende Links:

• Microsoft Learn – Intune What’s New (2601/2602): learn.microsoft.com/intune/fundamentals/whats-new

• M365 Admin – Service Update February 2026 (2602): m365admin.handsontek.net

• Microsoft Support Tip – Upcoming Intune Network Changes: techcommunity.microsoft.com

• Microsoft Learn – Intune Network Endpoints: learn.microsoft.com/intune/fundamentals/intune-endpoints

Intune Managed Home Screen: Neue RBAC-Permissions – kleines Feature, große Wirkung

Intune Managed Home Screen: Neue RBAC-Permissions – kleines Feature, große Wirkung

Manchmal sind es die kleinen Änderungen, die im Alltag den größten Unterschied machen. Microsoft hat mit dem Intune Februar-Release (2602) zwei neue RBAC-Permissions für den Managed Home Screen eingeführt:

TemporarilySuspendManagedHomeScreen | RestoreManagedHomeScreen

Klingt erstmal technisch und unspektakulär. Ist es aber nicht. Wer schon mal versucht hat, einen Android-Kiosk in einer Schule oder im Frontline-Worker-Umfeld zu supporten, ohne lokalen Admin-Zugriff aufs Gerät zu haben, wird beim Lesen dieser Zeilen vielleicht kurz aufatmen. Warum? Das erkläre ich hier.

Kurzer Auffrischungskurs: Was ist eigentlich der Managed Home Screen?

Für alle die noch nicht täglich mit Android-Enterprise-Deployments zu tun haben: Der Microsoft Managed Home Screen (kurz MHS) ist eine App aus dem Managed Google Play Store, die Microsoft Intune als Standard-Launcher für Android-Kiosk-Geräte verwendet.

Das bedeutet konkret: Statt dem normalen Android-Homescreen sieht der Nutzer nur das, was der Admin ihm erlaubt. Welche Apps, welche Einstellungen, welche Widgets – alles zentral gesteuert. MHS läuft dabei typischerweise auf:

  • Android Enterprise Dedicated Devices (Corporate-owned, kein User-Account) – klassisch für Kiosk, Shared Devices, Info-Terminals
  • Fully Managed Devices (Corporate-owned, user-affiliated) – z.B. Frontline Worker, Schüler-Tablets, Lagermitarbeiter

Der Vorteil ist klar: Kein Nutzer kommt aus dem Kiosk raus, installiert irgendwas, oder ändert die WLAN-Einstellungen. Das Gerät macht was es soll – und sonst nichts.

ℹ️ MHS in Kürze: Intune-verwalteter Android-Launcher | Kiosk-Modus für Dedicated & Fully Managed Devices | Konfigurierbar via App Configuration Policies oder Device Configuration Profiles | Unterstützt Android Enterprise ab OS 8.0 | Beliebt in Schulen, Logistik, Healthcare und Retail

Das Problem: Kiosk ist super – bis jemand Support braucht

Kiosk-Geräte sind im laufenden Betrieb wunderbar. Aber dann kommt der Moment, wo etwas nicht funktioniert. Eine App hängt sich auf, eine Policy greift nicht, das Gerät braucht ein Update das sich im Lock-Down nicht automatisch installiert. Oder – klassischer Schulkontext – ein Schüler hat irgendwas Kreatives angestellt und das Gerät verhält sich komisch.

Vor den neuen Permissions war die Situation für Help Desk Operators und Schuladmins in solchen Momenten nicht schön. Um aus dem MHS-Kiosk rauszukommen und auf die normale Android-Oberfläche zugreifen zu können, gab es im Wesentlichen drei Wege:

  • Den Kiosk-Exit-PIN verwenden – sofern konfiguriert und dem Supporter bekannt
  • Den Debug-Modus über das 15-malige Zurück-Drücken aktivieren – undurchsichtig, nutzerfeindlich, nicht skalierbar
  • Einen vollwertigen Intune-Admin einschalten – weil nur der die nötigen Berechtigungen hatte

Für große Organisationen mit vielen Geräten und einem gestaffelten Support-Modell (Tier 1 / Tier 2 / Tier 3) ist das ein echtes Problem. Ein Help Desk Operator der in einer Schule 300 iPads und 200 Android-Kiosks supportet, braucht operative Handlungsfähigkeit – ohne dass man ihm gleich globale Admin-Rechte geben will. Genau hier setzen die neuen Permissions an.

Die zwei neuen RBAC-Permissions im Detail

TemporarilySuspendManagedHomeScreen – Kiosk kurz auf Pause

Mit dieser Permission kann ein berechtigter Admin den Managed Home Screen vorübergehend aussetzen. Das Gerät verlässt damit den Kiosk-Modus und gibt temporär Zugriff auf die normale Android-Oberfläche – ohne dass der Kiosk dauerhaft deaktiviert wird oder irgendwas an der Konfiguration geändert werden muss.

Was das in der Praxis bedeutet: Der Help Desk kann aus der Ferne – oder direkt am Gerät via Intune Remote Action – den Kiosk kurz „parken“, das Problem lösen (App-Cache leeren, Update erzwingen, Einstellungen prüfen), und danach den MHS-Kiosk wieder aktivieren. Sauber, kontrolliert, ohne Admin-Eskalation.

💡 Praxisbeispiel Schule: Schüler-Tablet in Klasse 7b verhält sich komisch – App startet nicht, Lehrer ruft Support. Help Desk Operator suspendiert remote den MHS, sieht auf die vollständige Android-Oberfläche, stellt das Problem fest (abgelaufene App-Version), triggert ein Sync, aktiviert MHS wieder. Dauer: 5 Minuten. Ohne diese Permission: IT-Admin-Eskalation, Ticket-Ping-Pong, ggf. Gerät einschicken.

RestoreManagedHomeScreen – zurück in den Kiosk

Das ist die Gegenseite. Nachdem der MHS temporär suspendiert wurde, stellt diese Permission sicher, dass der Help Desk Operator den Kiosk-Modus wieder aktivieren kann – ohne auf einen vollständigen Intune-Admin angewiesen zu sein.

Das ist wichtiger als es klingt. Ein Suspend ohne kontrollierten Restore ist in einer Kiosk-Umgebung ein Sicherheitsrisiko. Ein Gerät das „aus Versehen“ dauerhaft aus dem Kiosk ist, ist im Schulkontext oder im Retail-Einsatz schnell ein Problem. Mit RestoreManagedHomeScreen hat der Help Desk die volle Kontrolle über den gesamten Suspend/Restore-Zyklus.

ℹ️ Wichtig: Die beiden Permissions sind als Paar gedacht. TemporarilySuspend ohne Restore ergibt keinen sicheren Support-Workflow. Microsoft hat sie deshalb auch gemeinsam in die Built-in-Rollen aufgenommen.

Wer bekommt die neuen Permissions – und warum genau diese Rollen?

Microsoft hat die beiden Permissions mit dem Februar-Release (2602) automatisch in zwei bestehende Built-in-Rollen integriert:

RBAC-Rolle Bisherige Kernaufgaben Neu hinzukommend
Help Desk Operator Remote-Tasks (Wipe, Lock, Retire), App/Policy-Zuweisung, User-Support TemporarilySuspend + RestoreManagedHomeScreen
School Administrator Apps & Settings für Gruppen, Remote-Lock/Restart/Retire, Intune for Education TemporarilySuspend + RestoreManagedHomeScreen

Die Wahl dieser beiden Rollen ist nicht zufällig. Der Help Desk Operator ist die typische Tier-1-bis-Tier-2-Support-Rolle in Unternehmen mit MHS-Deployments – Retail, Logistik, Healthcare, Frontline Worker. Und der School Administrator ist die dedizierte Rolle für Intune for Education-Umgebungen, wo Kiosk-Tablets und Shared Devices allgegenwärtig sind.

Beide Rollen haben gemeinsam, dass sie operativ nah an den Geräten dran sind – aber eben nicht die volle Intune-Admin-Power haben sollen. Genau deshalb macht es Sinn, ihnen die MHS-Suspend/Restore-Kontrolle zu geben: genug Handlungsspielraum für den Daily Support, ohne sicherheitskritische Berechtigungen wie Policy-Erstellung oder Enrollment-Management zu öffnen.

Kurzer RBAC-Exkurs: Warum das Prinzip so wichtig ist

Role-Based Access Control (RBAC) ist in Intune das zentrale Berechtigungsmodell. Statt jedem Admin die gleichen Rechte zu geben, definiert man Rollen mit klar begrenzten Berechtigungen – und weist diese Rollen dann an spezifische Personen oder Gruppen zu. Das Prinzip dahinter: Least Privilege – jeder bekommt genau die Rechte, die er für seine Aufgabe braucht. Nicht mehr, nicht weniger.

Microsoft empfiehlt ausdrücklich, für den täglichen Betrieb auf Built-in-Rollen zu setzen und Microsoft Entra ID-Rollen (die oft zu viel Zugriff haben) nicht als Standard-Admin-Rollen zu verwenden. Die neuen MHS-Permissions sind ein gutes Beispiel für diese Philosophie in der Praxis: Eine Aufgabe (Kiosk suspendieren) bekommt eine dedizierte Permission, die gezielt an die richtigen Rollen vergeben werden kann.

RBAC-Konzept Bedeutung für MHS-Deployments
Least Privilege Help Desk kann Kiosk managen ohne globale Admin-Rechte
Built-in Roles School Admin + Help Desk Operator bekommen die Permissions automatisch
Custom Roles Granulare Vergabe möglich: z.B. nur RestoreManagedHomeScreen ohne Suspend
Scope Tags Permissions können auf bestimmte Gerätegruppen oder Standorte begrenzt werden

Für Organisationen die Custom RBAC-Rollen nutzen: Die neuen Permissions können auch gezielt einzeln vergeben werden. Wer zum Beispiel einen noch engeren Tier-1-Support nur mit Restore-Recht ausstatten will (um zu verhindern dass jemand den Kiosk unberechtigt suspendiert), kann das über eine Custom Role abbilden.

Wie funktioniert das technisch – was passiert beim Suspend?

Wenn TemporarilySuspendManagedHomeScreen ausgelöst wird, passiert folgendes auf dem Gerät:

  • Der Managed Home Screen-Launcher gibt die Steuerung temporär ab
  • Das Android-System zeigt wieder den Standard-Launcher (oder einen anderen konfigurierten Launcher)
  • Der Nutzer/Admin hat Zugriff auf die vollständige Android-Oberfläche, System-Settings und alle installierten Apps
  • Die MHS-Konfiguration, Policies und App-Zuweisungen bleiben dabei vollständig erhalten – es wird nichts gelöscht oder geändert
  • Per RestoreManagedHomeScreen wird MHS wieder als aktiver Launcher gesetzt – der Kiosk-Modus ist sofort wiederhergestellt

Das ist der entscheidende Unterschied zur bisherigen „Exit Kiosk Mode“-Funktionalität über das Debug-Menü: Die neuen Permissions erlauben eine saubere, remote-auslösbare, auditierbare Aktion – keine Workarounds, kein manuelles Rumdrücken am Gerät, keine PIN-Weitergabe.

⚠️ Zu beachten: Die Suspend-Aktion gibt dem Nutzer temporär Vollzugriff auf das Android-System. In sensiblen Umgebungen (z.B. Healthcare, KRITIS) sollte der Suspend-Workflow dokumentiert und per Scope Tags auf berechtigte Admins begrenzt sein. Ein unbeaufsichtigtes Gerät im Suspend-Zustand ist de facto aus dem Kiosk – das sollte nicht dauerhafter Zustand sein.

Die konkreten Vorteile für den Admin-Alltag

1. Eskalationen werden seltener

Der häufigste Support-Aufwand bei MHS-Deployments ist die Kiosk-Intervention: Gerät hängt, App macht nicht mit, Update ist blockiert. Bisher musste in vielen Szenarien ein Intune-Admin eingreifen. Mit den neuen Permissions kann der Help Desk das selbst lösen – weniger Tickets, kürzere Lösungszeiten, weniger frustrierte Lehrer oder Schichtleiter.

2. Kein PIN-Sharing mehr

Die bisherige „Exit Kiosk“-Methode via Kiosk-PIN war ein Sicherheitsproblem in der Praxis: Entweder kannte der Help Desk den PIN nicht, oder er wurde geteilt und damit zum Sicherheitsrisiko. Mit den RBAC-Permissions ist das obsolet. Kein Pin-Sharing, kein Post-it an der Unterseite des Tablets. Die Aktion ist an die Rolle gebunden, nicht an ein Shared Secret.

3. Vollständige Auditierbarkeit

RBAC-Aktionen in Intune werden geloggt. Wer den MHS suspendiert hat, wann, auf welchem Gerät – das ist alles in den Intune-Audit-Logs nachvollziehbar. Für Compliance-Reports, ISO-Zertifizierungen oder einfach nur für den internen Überblick ist das ein echter Mehrwert gegenüber dem bisherigen PIN-basierten Zugang.

4. Kein Sicherheits-Downgrade nötig

Bisher war die pragmatische Lösung in manchen Organisationen: Help-Desk-Mitarbeitern mehr Intune-Rechte geben als eigentlich nötig, damit sie Kiosk-Probleme lösen können. Das ist klassisches Permission Creep – und ein Risiko. Die neuen granularen Permissions erlauben es, genau das zu vermeiden: Der Help Desk Operator bekommt MHS-Suspend-Rechte, aber eben keine Policy-Erstellungs- oder Enrollment-Rechte.

5. Perfekt für Schul- und Frontline-Umgebungen

Genau die Szenarien wo MHS am meisten eingesetzt wird – Schulen, Retail, Logistik, Healthcare – sind auch die Szenarien mit dem höchsten Support-Aufkommen und dem geringsten Admin-Personal vor Ort. Ein Schulleiter oder Schichtverantwortlicher mit Help-Desk-Operator-Rolle kann jetzt selbst eingreifen, ohne auf den zentralen IT-Admin warten zu müssen. Das ist in der Praxis ein erheblicher Effizienzgewinn.

Was müssen Admins jetzt tun?

Microsoft hat das klar kommuniziert: Es ist keine Admin-Aktion erforderlich. Die Permissions werden automatisch den Built-in-Rollen hinzugefügt. Aber „kein Handlungsbedarf“ heißt nicht „kein Nachdenken erforderlich“. Hier die Empfehlungen:

  • Rolle-Assignments reviewen: Wer hat bei euch die School Administrator- oder Help Desk Operator-Rolle zugewiesen bekommen? Diese Personen bekommen die neuen Permissions automatisch. Ist das in allen Fällen gewollt?
  • Dokumentation aktualisieren: Wenn ihr interne IT-Handbücher, Schulungsunterlagen oder SOPs für den Kiosk-Support habt, müssen diese aktualisiert werden. Der neue Workflow via Suspend/Restore sollte dokumentiert und kommuniziert sein.
  • Custom Roles prüfen: Wer Custom RBAC-Rollen nutzt, kann die neuen Permissions manuell hinzufügen – oder bewusst weglassen, wenn der engste Least-Privilege-Ansatz gewünscht ist.
  • Scope Tags einsetzen: Besonders in großen Organisationen mit verteilten Standorten: Scope Tags sicherstellen, dass Help Desk Operators nur die Geräte suspendieren können, für die sie auch zuständig sind.
  • Auslöser in Intune kennenlernen: Die Aktion wird in der Intune Admin Console als Remote Action auf dem Gerät auslösbar sein – ähnlich wie Remote Lock oder Sync. Den genauen Workflow für das eigene Team einmal durchspielen bevor es der erste echte Support-Fall erfordert.

Fazit: Klein, aber fein – und überfällig

TemporarilySuspendManagedHomeScreen und RestoreManagedHomeScreen sind keine Features die auf Konferenzen mit großem Tamtam vorgestellt werden. Aber für jeden der täglich MHS-Deployments in Schulen, im Frontline-Worker-Umfeld oder im Kiosk-Betrieb supporten muss, sind sie ein echter Lebensverbesserer.

Das Prinzip dahinter ist einfach und richtig: Wer Support machen darf, soll auch die Werkzeuge haben, um guten Support machen zu können – ohne dafür einen sicherheitskritischen Permission-Overhead zu bekommen. Granulares RBAC ist genau dafür gemacht. Und Microsoft setzt das hier konsequent um.

Wer schon MHS im Einsatz hat: Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, die Role Assignments zu reviewen und den Suspend/Restore-Workflow in den internen Support-Prozess aufzunehmen. Und wer noch überlegt, MHS für ein Kiosk-Deployment einzusetzen: Diese Verbesserung macht es noch attraktiver – gerade wenn kein dediziertes Vor-Ort-Admin-Team zur Verfügung steht.

💡 Mein Fazit: Kleine Permissions, große Wirkung. Wer 100+ Kiosk-Geräte ohne dediziertes Admin-Team vor Ort supportet, wird diese Änderung lieben. Der Help Desk kann jetzt genau das tun, wofür er da ist – Probleme lösen – ohne bei jedem Kiosk-Issue einen Global Admin klingeln zu müssen.

🔗 Quellen & weiterführende Links:

• M365 Admin – Originalmeldung MC1213781: m365admin.handsontek.net

• Microsoft Learn – Configure Managed Home Screen App: learn.microsoft.com/intune/apps/app-configuration-managed-home-screen-app

• Microsoft Learn – RBAC with Microsoft Intune: learn.microsoft.com/intune/fundamentals/role-based-access-control

• Microsoft Tech Community – MHS Setup Guide (Kiosk Mode): techcommunity.microsoft.com

• Systunation – The Incredible Managed Home Screen: systunation.com/the-incredible-managed-home-screen-mhs-of-intune